versandkostenfreier Versand in Deutschland ab 60 EUR

Das größte Teamevent im Frauengolf steht vor der Tür – und diesmal quasi in unserer Nachbarschaft: Vom 11. bis 13. September 2026 kämpfen Europa und die USA beim Solheim Cup im niederländischen Bernardus Golf in Cromvoirt um die begehrte Kristalltrophäe. Aus deutscher Sicht gibt es einen besonderen Grund zum Einschalten: Esther Henseleit hat sich zum zweiten Mal in Folge für das Team Europe qualifiziert – auf denkbar dramatische Weise.

Die Ausgangslage: Europa will den Cup zurück

Die Vorzeichen sind klar verteilt. Europa gewann den Solheim Cup 2023 in Spanien, musste die Trophäe 2024 in den USA aber wieder abgeben – die Amerikanerinnen reisen also als Titelverteidigerinnen an. Gespielt wird der Klassiker im Matchplay-Format: An drei Tagen werden 28 Punkte vergeben, freitags und samstags in Foursomes und Fourballs, sonntags in zwölf Einzeln. Europa braucht 14,5 Punkte für den Sieg, den USA reichen 14 Punkte, um den Cup zu behalten. Es dürfte also wieder bis zum letzten Putt eng bleiben – so wie fast immer bei diesem Event.

Henseleits Krimi-Qualifikation

Dass Esther Henseleit dabei ist, hat sie sich im letzten Moment selbst verdient: Laut Golf Channel spielte sich die 27-jährige Hamburgerin mit einem Birdie am Schlussloch der AIG Women's Open ins Playoff um den Titel – das sie zwar am zweiten Extraloch verlor, das ihr aber genügend Punkte brachte, um die Qualifikation perfekt zu machen. In der europäischen Solheim-Cup-Punktwertung beendete sie den Zeitraum laut Sky Sports als Zweite hinter Charley Hull und verdrängte damit hauchdünn die Schweizerin Chiara Tamburlini, die ihr Debüt verpasste. Für die Olympia-Zweite von Paris ist es nach 2024 die zweite Solheim-Cup-Teilnahme – diesmal nicht als Nervenflattern-Rookie, sondern als etablierte Kraft im Team.

Das Team Europe im Überblick

Kapitänin Anna Nordqvist, dreifache Majorsiegerin und zehnfache Solheim-Cup-Spielerin, setzt laut Sky Sports auf folgende Zwölf: Über die LET-Punktliste qualifizierten sich Charley Hull und Esther Henseleit, über die Weltrangliste kamen Lottie Woad, Maja Stark, Céline Boutier, Carlota Ciganda, Linn Grant und Nanna Koerstz Madsen dazu. Ihre vier Captain's Picks vergab Nordqvist an Leona Maguire, Julia López Ramírez, Nastasia Nadaud und Mimi Rhodes. Vier Debütantinnen stehen damit im Aufgebot – darunter mit Weltranglisten-Star Lottie Woad das wohl spannendste Gesicht des europäischen Golfs. Auf US-Seite führt Kapitänin Angela Stanford ein Team um Superstar Nelly Korda, Angel Yin, Rose Zhang und Megan Khang ins Rennen.

Erfahrung trifft Aufbruch: Europas Mischung

Spannend ist vor allem die Zusammensetzung des europäischen Teams. Auf der einen Seite stehen Routiniers wie Carlota Ciganda und Charley Hull, die laut Sky Sports bereits jeweils sieben Solheim-Cup-Teilnahmen hinter sich haben, dazu Céline Boutier mit vier Einsätzen. Auf der anderen Seite bringen die vier Debütantinnen frischen Wind – allen voran die erst 22-jährige Lottie Woad, die als Nummer fünf der Weltrangliste anreist und in ihrer ersten Profisaison bereits für Furore gesorgt hat. Kapitänin Nordqvist muss aus dieser Mischung in den Paarungen der ersten beiden Tage die richtige Balance finden: Erfahrung beruhigt, Unbekümmertheit gewinnt Löcher. Wie sie die Rookies einsetzt, dürfte eine der Schlüsselfragen der Woche werden.

Der Schauplatz: Bernardus Golf

Ausgetragen wird das Duell auf einem Platz, der Kennern der Tourszene bereits vertraut ist: Bernardus Golf im niederländischen Cromvoirt, ein Design von Stararchitekt Kyle Phillips, eröffnet 2018. Der Kurs hat mit der Dutch Open 2021 und 2022 sowie der KLM Open 2023 schon Profigolf auf Topniveau erlebt. Für Fans aus Deutschland ist die Anreise so kurz wie selten bei einem Event dieser Größenordnung – von weiten Teilen Westdeutschlands aus ist Cromvoirt in wenigen Autostunden erreichbar. Und wer zu Hause bleibt, schaut ohne Nachtschichten zu: Gespielt wird in unserer Zeitzone, die entscheidenden Momente fallen also in den europäischen Nachmittag statt mitten in die Nacht.

Warum Matchplay das beste Format für Nervenkitzel ist

Der Solheim Cup lebt – wie der Ryder Cup – von Momenten, nicht von Scorekarten. Jedes Loch ist ein Finale, jeder Zwei-Meter-Putt kann ein ganzes Match drehen. Genau dieser Druck aufs kurze Spiel ist übrigens auch für dein eigenes Golf die beste Trainingsschule: Wer im Club-Matchplay besteht, putted unter Druck automatisch besser. Falls du dein Putting-Training aufpeppen willst, wirf einen Blick auf unser Birdie-Bastards-Markerset – und welcher Ball generell zu deinem Spiel passt, klärt unser Ratgeber Welcher Golfball passt zu mir?.

Unser Fazit vor dem Anpfiff

Europa hat die Heimspiel-Atmosphäre, eine bärenstarke Achse aus Hull, Woad und Boutier – und mit Esther Henseleit eine Deutsche in Topform, die schon bei Olympia bewiesen hat, dass sie große Bühnen mag. Die USA kontern mit der wohl tieferen Einzelbesetzung um Nelly Korda. Stand 7. September 2026 spricht die Papierform leicht für die Gastgeberinnen, entschieden wird aber wie immer auf den Grüns von Cromvoirt – und dort vor allem in den engen Matches am Sonntagnachmittag, wenn die zwölf Einzel über Sieg oder Niederlage entscheiden. Aus deutscher Sicht bleibt vor allem eine Frage: Kann Esther Henseleit ihre starke Form aus dem Sommer in Punkte für Europa ummünzen? Vom 11. bis 13. September 2026 weißt du jedenfalls, wo dein Fernseher hinzeigen muss.

Quellen: Sky Sports, Golf Channel, LPGA, Wikipedia

Latest Stories

Dieser Abschnitt enthält derzeit keine Inhalte. Füge über die Seitenleiste Inhalte zu diesem Abschnitt hinzu.