Es war angerichtet für ein Herzschlag-Finale in Atlanta – und dann kam Scottie Scheffler. Bei der Tour Championship 2026 im East Lake Golf Club (27. bis 30. August 2026) drehte die Nummer eins der Welt am Finalsonntag mit einer 66 den Spieß um, fing den zuvor führenden Viktor Hovland ab und sicherte sich zum zweiten Mal nach 2024 den FedEx Cup. Wenn du am Sonntagabend nicht bis zum letzten Putt wach geblieben bist: Hier kommt alles, was du wissen musst.
Das Endergebnis: Scheffler siegt mit drei Schlägen Vorsprung
Scheffler beendete das Turnier bei 16 unter Par (264 Schläge) und gewann laut Golf News Net mit drei Schlägen Vorsprung auf Viktor Hovland (13 unter Par). Der Norweger war mit der Führung in den Finaltag gegangen, fand vom Tee aber nie den Rhythmus – und gegen einen Scheffler in Bestform reicht ein durchwachsener Sonntag eben nicht.
Dahinter sortierte sich das Feld so ein:
- 1. Scottie Scheffler – 16 unter Par (264)
- 2. Viktor Hovland – 13 unter Par (267)
- 3. Ryan Gerard – 12 unter Par (268)
- T4 Alex Fitzpatrick und Jacob Bridgeman – jeweils 11 unter Par (269)
Besonders bitter beziehungsweise süß, je nach Perspektive: Ryan Gerard musste am 18. Loch einen unangenehmen Par-Putt lochen, um den alleinigen dritten Platz festzuhalten – und der war bares Geld wert, denn zwischen Rang drei und dem geteilten vierten Platz lagen rund zwei Millionen Dollar Differenz.
Die Zahlen: 40 Millionen Dollar Preisgeld
Die Tour Championship war auch 2026 wieder ein Geldregen der Extraklasse. Insgesamt 40 Millionen Dollar wurden ausgeschüttet. Scheffler nahm als Sieger 10 Millionen Dollar mit nach Hause, Hovland erhielt 5 Millionen, Gerard immerhin noch 3,705 Millionen. Die beiden geteilten Vierten, Alex Fitzpatrick und Jacob Bridgeman, bekamen jeweils gut 1,7 Millionen Dollar. Zusätzlich gab es für Scheffler 45 Weltranglistenpunkte – als ob der Vorsprung an der Spitze der Weltrangliste nicht schon komfortabel genug wäre.
Kurz erklärt: So funktioniert der FedEx Cup
Falls du mit dem Format nicht jeden Tag zu tun hast: Der FedEx Cup ist die Saisonwertung der PGA Tour. Über die gesamte Saison sammeln die Spieler bei jedem Turnier Punkte, ehe im August die Playoffs steigen – 2026 mit der FedEx St. Jude Championship, der BMW Championship und eben der Tour Championship als großem Finale, zu dem nur noch die besten 30 Spieler des Rankings zugelassen sind. Wer am Ende in East Lake die Nase vorn hat, ist FedEx-Cup-Champion der Saison. Es geht also nicht nur um ein einzelnes Turnier, sondern um die Krönung eines kompletten Golfjahres – und genau deshalb ist der Titel neben den Majors das begehrteste Stück Blech im amerikanischen Profigolf.
Historische Einordnung: Scheffler in illustrer Gesellschaft
Mit dem Triumph in East Lake ist Scheffler laut Golf News Net erst der dritte Spieler der Geschichte, der den FedEx Cup mehr als einmal gewinnen konnte – neben Tiger Woods und Rory McIlroy. Bescheidenere Vereine gibt es definitiv. Für Scheffler war es zugleich der dritte Sieg auf der PGA Tour in der Saison 2026, und die Art und Weise war typisch: kein Spektakel, keine Show, einfach gnadenlos solides Golf, bis der Rest des Feldes mürbe war.
Hovland bleibt dagegen in der Rolle des ewigen Fast-Siegers dieses Formats. Die Führung nach drei Runden war stark, doch am Sonntag zeigte sich einmal mehr: Wer gegen Scheffler gewinnen will, darf sich keine schwache Runde erlauben – schon gar nicht vom Tee.
Ohne DACH-Beteiligung im Finale
Aus deutschsprachiger Sicht blieb das Finale in East Lake leider ohne Lokalkolorit: Der Österreicher Sepp Straka hatte den Sprung unter die besten 30 des FedEx-Cup-Rankings bei der BMW Championship verpasst, wie wir in unserem Bericht zur BMW Championship 2026 zusammengefasst haben. Damit war die Tour Championship ein rein internationales Schaulaufen – immerhin eines mit ordentlich Drama bis zum Schluss.
Was du dir von Scheffler abschauen kannst
Schefflers Sieg war keine Driver-Show, sondern ein Lehrstück in Kontrolle: Fairways treffen, Grüns attackieren, wenn es sich lohnt, und rund ums Grün keine Schläge verschenken. Genau da holt er seit Jahren den Unterschied heraus – kaum ein Spieler auf der Tour lässt so wenige Schläge im kurzen Spiel liegen.
Die gute Nachricht: Kontrolle rund ums Grün ist keine Frage des Tour-Status, sondern von Technik und Material. Wenn du deinem kurzen Spiel mehr Biss geben willst, lohnt ein Blick auf Bälle mit Urethan-Schale wie unseren Lobbie PURE – warum die Schale den Unterschied macht, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber Urethan vs. Surlyn.
Wie es weitergeht
Mit der Tour Championship ist die Saison der PGA Tour offiziell entschieden, der Fokus der Golfwelt wandert nach Europa: Auf der DP World Tour steht vom 3. bis 6. September 2026 das Omega European Masters im schweizerischen Crans-Montana an – Alpenpanorama inklusive. Und die Punktejagd für den Ryder Cup 2027 in Adare Manor hat Ende August 2026 ebenfalls begonnen. Langweilig wird es also garantiert nicht.
Scheffler dagegen kann erst mal durchatmen, die zehn Millionen zählen und sich auf die Frage vorbereiten, die jetzt alle stellen: Ist diese Dominanz eigentlich noch normal? Die Antwort nach diesem Sonntag in Atlanta: für ihn offenbar schon.

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