Fünf Schläge Rückstand vor der Schlussrunde, und am Abend steht er mit der Trophäe da: Jacob Bridgeman hat am 20. September 2026 die erste Biltmore Championship Asheville gewonnen – mit einer persönlichen Bestleistung von 61 Schlägen. Das Auftaktturnier des FedExCup Fall hat damit direkt geliefert, was die PGA-Tour-Herbstsaison ausmacht: irre tiefe Scores, ein offenes Feld und Spieler, die um ihre Zukunft spielen.
Die Schlussrunde, die alles umdrehte
Bridgeman startete den Sonntag deutlich hinter der Spitze und spielte dann eine Runde, die man so selten sieht: acht Birdies, dazu ein Eagle am achten Loch, kein einziger Schlagverlust. Macht zehn unter Par auf dem Par 71 von The Cliffs at Walnut Cove und eine 61 – laut Golf Channel die beste Runde seiner bisherigen Karriere. Am Ende standen 258 Schläge auf der Karte, 26 unter Par, zwei Schläge Vorsprung.
Für den Amerikaner ist es bereits der zweite Sieg im Jahr 2026. Seinen ersten PGA-Tour-Titel hatte er beim Genesis Invitational in Riviera geholt, damals mit 266 Schlägen und einem Schlag Vorsprung auf Rory McIlroy und Kurt Kitayama. Wer 2026 also noch dachte, Bridgeman sei ein Zufallsprodukt, hat spätestens jetzt ein Argument weniger.
Ben James: fehlerfreie 61 – und trotzdem nur Zweiter
Das Bittere an diesem Sonntag: Ben James spielte praktisch dieselbe Runde. Auch er kam bogeyfrei in 61 Schlägen ins Clubhaus, auch er hängte damit das halbe Feld ab. Es reichte trotzdem nur zu Platz zwei mit 260 Schlägen. Zwei Spieler, zwei 61er-Runden, ein Sieger – so brutal kann Golf rechnen.
Dahinter teilten sich Ricky Castillo und Neal Shipley mit jeweils 261 Schlägen den dritten Rang. Auf dem geteilten fünften Platz landeten J.T. Poston und Jackson Koivun mit 263 Schlägen.
Die 60 des Tages kam von Platz 88
Die spektakulärste Runde des Turniers spielte allerdings ein anderer: J.T. Poston notierte neun Birdies und ein Eagle, kam auf 60 Schläge – und katapultierte sich damit vom 88. Platz bis auf Rang fünf. Ein Sprung über mehr als 80 Positionen an einem einzigen Tag ist selbst für die Herbstsaison der PGA Tour eine Ansage.
Die deutschen Spieler: solide, aber ohne Vorstoß
Aus deutscher Sicht war das Turnier ein Arbeitssieg ohne Ertrag. Jeremy Paul – der Zwillingsbruder von DP-World-Tour-Spieler Yannik Paul – beendete die Woche auf dem geteilten 33. Platz. Laut Golf Post spielte er am Sonntag eine 67 und packte dabei gleich zwei Eagles aus, an Loch 8 und Loch 15, musste sich die aber mit drei Bogeys wieder teuer erkaufen.
Stephan Jäger kam ebenfalls mit einer 67 ins Ziel, inklusive Eagle an der 8 und zwei Bogeys, und landete auf dem geteilten 57. Rang. Für beide gilt: In der Herbstsaison geht es um Weltranglistenpunkte, Startrechte und die Einstufung für 2027 – da ist eine bezahlte Woche im Mittelfeld kein Drama, aber eben auch kein Schritt nach vorn.
Bemerkenswert ist dabei, dass ausgerechnet das achte Loch beiden deutschen Spielern ein Eagle schenkte. Auch Sieger Bridgeman notierte dort sein Eagle. Wenn ein einzelnes Loch an einem Tag so viele Großangriffe zulässt, sagt das einiges über die Angreifbarkeit des Platzes – und erklärt nebenbei, warum am Ende 26 unter Par nötig waren, um dieses Turnier zu gewinnen.
Asheville: Erste PGA Tour seit 84 Jahren
Bemerkenswert ist schon, dass dieses Turnier überhaupt stattfand. Die Biltmore Championship Asheville wurde 2026 zum ersten Mal ausgetragen und brachte die PGA Tour nach Angaben lokaler Medien erstmals seit 1942 nach Asheville in North Carolina zurück – eine Lücke von 84 Jahren. Gespielt wurde vom 17. bis 20. September 2026 über 7.249 Yards, das Preisgeld lag bei fünf Millionen US-Dollar, davon 900.000 für den Sieger.
Der Platz präsentierte sich dabei als klassische Birdie-Bühne: Wer in den Fairways blieb, konnte Fahnen attackieren. Dass ein Sieger am Ende 26 unter Par braucht, sagt viel über die Bedingungen – und über das Niveau, auf dem in der Herbstsaison um die letzten Tourkarten gespielt wird.
Was du von diesem Finaltag mitnehmen kannst
Die spannendste Lehre aus Asheville hat wenig mit Weitenjagd zu tun. Bridgeman und James spielten ihre 61er-Runden beide ohne Bogey. Nicht die Birdies haben den Unterschied gemacht, sondern das, was nicht passiert ist: kein verzogener Drive in den Wald, kein verpasstes Grün aus 90 Metern, kein Dreiputt.
Für deine nächste Runde heißt das ganz unglamourös: Zähl mal nicht die Birdies, sondern die vermeidbaren Schlagverluste. Genau dort liegen bei den meisten Clubgolfern drei bis fünf Schläge herum. Wenn du dabei mehr Kontrolle in die Schläge ums Grün bringen willst, lohnt sich ein Blick auf den Lobbie PURE mit Urethan-Cover – warum das Cover-Material so viel ausmacht, haben wir in unserem Vergleich Urethan gegen Surlyn auseinandergenommen. Play clean. Tee bold.
Fazit: Ein Auftakt mit Ansage
Die erste Biltmore Championship Asheville hat gezeigt, warum der FedExCup Fall sehenswerter ist als sein Ruf. Ein Sieger, der aus fünf Schlägen Rückstand eine Karriere-Bestrunde auspackt, ein Zweiter, der bogeyfrei 61 spielt und trotzdem verliert, und ein J.T. Poston, der mit einer 60 durch das halbe Feld pflügt. Die deutschen Vertreter Jeremy Paul und Stephan Jäger nehmen solide Wochen mit, mehr aber nicht. Weiter geht es für sie im weiteren Verlauf der Herbstsaison – dort, wo die Startrechte für 2027 vergeben werden.

Share:
Bryson DeChambeau: 100.000 Dollar in seinem Garten
Pro V1 2027: Neuer Titleist-Prototyp aufgetaucht